11. Oktober 2013 · Kommentare deaktiviert für Zweite Gesprächsrunde zur Erörterung von bildungspolitischen Themen · Kategorien: Allgemein

Gespräch mit Herrn Andreas Riethmüller (CDU), Vorsitzender des Landesfachausschusses Bildung und Kultur, am 01.03.2012, 17 Uhr bis 18.30 Uhr

Am 01.03.2012 durfte der Vorstand Herrn Riethmüller (CDU) in der Geschäftsstelle in Merseburg recht herzlich zu seinem zweiten bildungspolitischen Gespräch begrüßen.

Die Grundlage für die Aussprache bildete erneut das Thesenpapier mit der Positionierung des Sekundarschullehrerverbandes zu den dort aufgeführten Themen.

Herr Riethmüller bezog klar Stellung gegen die Einführung von Gemeinschaftsschulen:

– Die Thematik Gemeinschaftsschule steht nicht im Programm der CDU

– In den Koalitionsverhandlungen spricht man von einem Wagnis „Gemeinschaftsschule“

– Die Befürworter der Gemeinschaftsschule wollen durch die so genannte „Freiwilligkeit“ eine
höhere Akzeptanz erzeugen

Herr Riethmüller sieht seine Aufgaben in den zukünftigen Verhandlungen in einer Entschärfung der Thematik „Gemeinschaftsschule“. Die parlamentarischen Beratungen zu diesem Thema werden jetzt beginnen.

Der Vorteil der Gemeinschaftsschule solle ein gemeinsames Lernen aller Schüler bis Klasse 8 sein. Danach würde der abschlussbezogene Unterricht einsetzen. Das bedeutet aber, dass die schwachen Schüler nicht ausreichend gestützt, sowie die leistungsstarken Schüler erst viel zu spät gefördert würden und durch die Inklusion eine weitere Unterstützung geleistet werden müsse. Gerade die Förderschüler brauchen speziell ausgebildete Bezugspersonen, die den schwierigen Weg im Schulalltag ebnen und begleiten. Diese unterschiedlichen Gruppen (Förderschüler, Hauptschüler, Realschüler, Gymnasiasten) sollen nunmehr in einem Klassenverband von einem Lehrer, der nur ab und zu von einem Förderschulkollegen begleitet wird, zu Höchstleistungen geführt werden. Dieses wird als kaum möglich eingeschätzt.

Frau Diepenbrock weist darauf hin, dass das Abschaffen der Schullaufbahnempfehlung ein gewolltes Ausbluten der Sekundarschule und eine Niveausenkung für das Gymnasium bedeuten. Diese Probleme kann auch die Gemeinschaftsschule nicht lösen.

In der nachfolgenden Diskussion wurde herausgestellt, dass sich die CDU gegen die Einführung von Gemeinschaftsschulen ausspricht, hat aber bei der Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt das Bildungswesen an den Koalitionspartner SPD abgetreten.

Kann sich die CDU dann durchsetzen und die Gemeinschaftsschule als allgemeingültiges Modell verhindern?
Claudia Diepenbrock

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